The German Real Estate Summit 2018 — Zeiten des Wandels

Im Mai die­ses Jah­res fand der Ger­man Real Esta­te Sum­mit 2018 — Zei­ten des Wan­dels 2018 in Frank­furt statt und wir waren ein­ge­la­den.

Das ICG Insti­tut (Insti­tut für Cor­po­ra­te Gover­nan­ce in der Immo­bi­li­en­wirt­schaft), beschäf­tigt sich seit dem Jahr 2002 mit der Pro­fes­sio­na­li­sie­rung der Immo­bi­li­en­wirt­schaft — Jetzt mögt ihr even­tu­ell den­ken, dass dies the­ma­tisch nicht auf unse­ren Blog passt… Der Grund wes­halb wir über das Insti­tut und den Visi­on Sum­mit berich­ten ist, dass das Insti­tut sich vor allem für eine nach­hal­ti­ge und wer­te­ori­en­tier­te Ent­wick­lung der Immo­bi­li­en­bran­che ein­setzt und wir auf die­sem Blog immer mehr über The­men wie: Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung des Men­schen und somit auch die Ent­wick­lung der Welt in die­ser neu­en Zeit schrei­ben möch­ten.

Das ICG ver­folgt das Ziel, über mehr Trans­pa­renz, Pro­fes­sio­na­li­tät, Inte­gri­tät und Nach­hal­tig­keit die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der deut­schen Immo­bi­li­en­wirt­schaft zu ver­bes­sern. In die­sem Kon­text wur­de vom ICG in den letz­ten Jah­ren ein Wer­te­ko­dex, als auch ein Zer­ti­fi­zie­rungs­sys­tem erar­bei­tet. Rund 80 füh­ren­de Unter­neh­men der Immo­bi­li­en­wirt­schaft sind im ICG Mit­glied.

Die­ses Jahr fand in Frank­furt bereits der neun­te Ger­man Real Esta­te Sum­mit des ICG statt. Zu die­sem Sum­mit tref­fen sich all­jähr­lich die momen­ta­nen Top Ent­schei­der der Bran­che, um aktu­el­le The­men der Immo­bi­li­en­bran­che zu dis­ku­tie­ren, Panels statt­fin­den zu las­sen, sich gegen­sei­tig zu inspi­rie­ren und neue Ein­sich­ten zu erlan­gen.

Das dies­jäh­ri­ge The­ma des Sum­mit war die Digi­ta­li­sie­rung und der damit ver­bun­de­ne Wan­del in der Wirt­schafts- und aber vor allem in der Immo­bi­li­en­welt. Die Aus­wir­kun­gen des Wan­dels der Digi­ta­li­sie­rung auf die Füh­rung von Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men war hier das Kern­the­ma. Es wur­de zusam­men über­prüft ob Wer­te wie: Pro­fes­sio­na­li­tät, Trans­pa­renz, Inte­gri­tät und Nach­hal­tig­keit als Kom­pass für Füh­rung die­nen kön­nen.

Auch auf dem dies­jäh­ri­gen Sum­mit wur­den wie­der Best Prac­tice und Bench­mar­king Bei­spie­le zum Teil von Start ups und zum Teil von lan­ge im Markt eta­blier­ten Unter­neh­men vor­ge­stellt. Hier ging es dar­um zu erfah­ren, was Unter­neh­men und vor allem Füh­rungs­per­so­nal wis­sen muss um ein Unter­neh­men gut durch die aktu­el­len Zei­ten des Wan­dels zu navi­gie­ren. Der Sum­mit dient dazu den eige­nen Hori­zont zu erwei­tern und Inspi­ra­ti­on und Anre­gun­gen auf­zu­tun.

Wer­ner Knips, Grün­der und stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der deS ICG sowie Initia­tor und Mode­ra­tor des Sum­mit

Tho­mas Zin­nö­cker, CEO der ista Inter­na­tio­nal GmbH, Vor­sit­zen­der des ICG und Vize­prä­si­dent der ZIA

 

WeWork Impulsvortrag: Digitalisierung und Innovation in der Immobilienwirtschaft

Bei WeWork han­delt es sich um ein so genann­tes dis­rup­tes Geschäfts­mo­dell. Adam Neu­mann und Miguel McKel­vey grün­de­ten WeWork 2010 in New York. WeWorks Geschäfts­mo­dell besteht dar­in, Arbeits­plät­ze zu ver­mie­ten bei denen der Com­mu­ni­ty Gedan­ke und das “Teil eines grö­ße­ren Gan­zen” zu sein im Vor­der­grund steht. Mitt­ler­wei­le befin­det sich WeWork in 192 Städ­ten, mit 300 Büro’s. Die Com­mu­ni­ty beläuft sich auf 250.000 Mit­glie­der und der Untereh­mens­wert liegt der­zeit bei 40 Mil­li­ar­den Dol­lar. Die Idee von WeWork ist, wie schon erwähnt, den Mie­tern einen krea­ti­ven, fri­schen Arbeits­platz zu bie­ten und den gemein­schaft­li­chen Gedan­ken zu för­dern. Das Unter­neh­men beschäf­tigt sich jetzt schon bereits damit, wel­che Wün­sche zukünf­ti­ge Genera­tio­nen von Men­schen für Vor­stel­lun­gen von einem Arbeits­platz an dem man ger­ne arbei­tet haben. Es wird eine Kul­tur des Wohl­füh­lens geschaf­fen. Zu Beginn vor acht Jah­ren mie­te­ten vor allem Star­tups und Selbst­stän­di­ge Räum­lich­kei­ten über WeWork. Mitt­ler­wei­le sind es auch gro­ße Unter­neh­men wie Ama­zon oder AirB­nB.

Jacob Lau­er, Direc­tor Real Esta­te Ger­ma­ny, WeWork

 

Impulsvortrag: Digitalisierung und Change Management

Prof. Dr. Utho Creu­sen sprach auf dem Sum­mit 2018 über sei­ne Ein­sich­ten zum The­ma: Digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on. Creu­sen nimmt das Bei­spiel von 24 Unter­neh­men zur Hand, denen die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on gut gelingt und stellt die Fra­ge, was die­se Unter­neh­men anders machen als ande­re. Das Ergeb­nis ist, dass die­se Unter­neh­men ver­su­chen die Kun­den­be­dürf­nis­se zu ver­ste­hen. Creu­sen geht auch dar­auf ein, dass im Gegen­satz zu Untereh­men, die es schaf­fen den Trans­for­ma­ti­ons­pro­zess zu meis­tern ande­re Unter­neh­men nicht ger­ne Inves­ti­tio­nen täti­gen, die nicht vor­her­seh­bar sei­en. Sei­ner Mei­nung nach ist auch die älte­re Genera­ti­on, die zumeist noch in den Vor­stän­den sol­cher Unter­neh­men sitzt mit der neu­en Auf­ga­be über­for­dert. Im End­ef­fekt gehe es um Ver­än­de­rungs­be­reit­schaft, sozia­le Kom­pe­tenz, Ambi­gui­tätsto­le­ranz und Resi­li­enz beim Schei­tern. Wich­tig sei­ner Ansicht nach: Füh­rungs­kräf­te soll­ten viel öfter Zuhö­ren anstatt Ansa­gen zu machen.

Prof. Dr. Utho Creu­sen, Unter­neh­mer und Bera­ter Digi­tal Lea­dership

 

Kommerz Real AG Impulsvortrag: Wie geht Digitalisierung und Change in der Immobilienwirtschaft 

San­dra Scholz, Mit­glied des Vor­stan­des der Com­merz Real AG stell­te die Stra­te­gie der Com­merz Real AG in Bezug auf das The­ma Digi­ta­li­sie­rung vor. Dem Vor­stand wur­de ein Team von Digi­ta­li­sie­runs­spe­zia­lis­ten zur Sei­te gestellt. Mit die­sen Sozia­lis­ten ent­wi­ckel­te die Com­merz Real AG eine Visi­on, die da heißt: “Wie fühlt es sich an, wenn wir 2020 durch die Com­merz Real AG lau­fen, die dann der ers­te digi­ta­le Asset­ma­na­ger ist?” Wich­tig war dem Unter­neh­men, dass die Mit­ar­bei­ter bei der Zukunfts­ge­stal­tung eine wich­ti­ge Rol­le spie­len. Auch hier kam wie­der deut­lich zur Spra­che, dass die Füh­rung auf eine Art Coa­ching umstel­len muss­te. Feh­ler sind kein Pro­blem und Schei­tern eben­falls nicht. Trai­nees wer­den hier auch in den Pro­zess mit ein­be­zo­gen, durch so genann­te Brain Pools. Das bedeu­tet, dass die Trai­nees in einem Work­shop Ide­en ent­wi­ckeln, die dann am Ende des Tages dem Vor­stand vor­ge­stellt wer­den. Die Com­merz Real AG arbei­tet noch mit eini­gen ande­ren Pro­jek­ten, die in die­se Rich­tung gehen. Immer dar­auf fokus­siert, dass alte Rie­ge und Digi­tal Nati­ves zusam­men­fin­den und anein­an­der wach­sen.

San­dra Scholz, Mit­glied des Vor­stan­des Com­merz Real AG

 

Key Note: Digitalisierung — die Zukunft hat längst begonnen

Andre­as Winiar­ski, Part­ner von Eal­ry­bird Ven­ture Capi­tal, sprach eben­falls über den Wan­del durch die Digi­ta­li­sie­rung. Er sprach dar­über, dass stets mehr Men­schen im Home Office arbei­ten, das CoWor­king die  klas­si­sche Arbeits­platz­la­ge ver­än­dert und dass die Immo­bi­li­en­bran­che dies im Hin­ter­kopf behal­ten muss. Auch die Mobi­li­tät ver­än­dert sich. Es gibt immer mehr Car­sha­ring Pro­jek­te, eBikes und Lade­sta­tio­nen für Elektroauto’s. Auch die Logis­tik ver­än­dert sich, sagt Winiar­ski. Der Groß­teil der Men­schen bestellt Kon­sum­gü­ter über Online Shops. All das hat Ein­fluss auf die Immo­bi­li­en­wirt­schaft. Auch Winiar­ski ist der Mei­nung: Immo­bi­li­en wer­den immer ein Asset sein. Von den jun­gen Start­up Unter­neh­men kön­ne man viel  ler­nen. 2025 könn­te die Sharing Eco­no­my laut einer PWC Stu­die über 570 Mil­li­ar­den Euro erlö­sen. Heu­te liegt der Wert bei 28 Mil­li­ar­den.

Andre­as Winiar­ski, Part­ner Ear­ly­bird Ven­ture Capi­tal

 

Robert Betz Key Note: Selbst- und Mitarbeiterführung in Zeiten des Wandels

Robert Betz, Psy­cho­lo­ge, Best­sel­ler­au­tor und Unter­neh­mer spricht an wie wich­tig der Zusam­men­hang zwi­schen Gedan­ken und Gefüh­len, jedes Ein­zel­nen, auch im Unter­neh­men ist. Betz sagt, was am Arbeits­platz pas­siert ist ein Spie­gel für das Fami­li­en­le­ben, als auch Erfah­run­gen in der Kind­heit jedes Ein­zel­nen. Jede Fir­ma ist auch ein Kin­der­gar­ten. Wer füh­ren will braucht ein kla­res Selbst­bild. Die Fra­ge “Wer bin ich?” ist hier von enor­mer Wich­tig­keit. Frie­den mit der eige­nen Ver­gan­gen­heit zu schlie­ßen ist nach Robert Betz Ansicht der Kern­punkt für glück­li­che Fir­men und glück­li­che Mit­ar­bei­ter. Hier hel­fen vor allem Ehr­lich­keit und Wahr­haf­tig­keit.

Robert Betz, Psy­cho­lo­ge, Unter­neh­mer und Best­sel­ler­au­tor

 

Panels

Auf den Panels wur­den über das The­ma Digi­ta­li­sie­rung und Inno­va­ti­on in der Immo­bi­li­en­wirt­schaft, als auch über das The­ma: Start-up und Kon­zern — wie geht Füh­rung heu­te, dis­ku­tiert. Die Teil­neh­mer waren:  Tho­mas Zin­nö­cker, Jacob Lau­er, Andre­as Winiar­ski, Jörn Stob­be, Wer­ner Knips, Robert Hei­ne­mann, Tho­mas Hegel, San­dra Scholz und Prof. Dr. von Erdé­ly.

 

Workshop-Bericht: Veränderung-Tsunami durch Digitalisierung

Dr. Wolf­gang Wal­ter, Exe­cu­ti­ve Coach und Roman Rüdi­ger, geschäfts­füh­ren­der Vor­stand von Edu­ca­ti­on Y,  spra­chen in ihrem Work­shop  bezüg­lich der Digi­ta­li­sie­rung über die 21st Cen­tu­ry Excel­lence Skills. Was bedeu­tet das genau? Es geht um die 4k’s: Koope­ra­ti­on, Kom­mu­ni­ka­ti­on, Krea­ti­vi­tät und kri­ti­sches Den­ken. Arbeit­neh­mer müs­sen, um die­se 4K’s in den Unter­neh­men anzu­wen­den, ihre inne­re Hal­tung ändern. Es gin­ge um agi­les Den­ken und alte Glau­bens­mus­ter zu ver­än­dern. Hier zäh­len vor allem 5 Fak­to­ren: “Sehend­sein”, der Glau­be an die Mit­ar­bei­ter, Feh­ler­to­le­ranz, Per­spek­ti­ven­wech­sel und auch eine zeit­li­che Begren­zung des Wan­dels, die im Unter­neh­men deut­lich defi­niert wer­den soll­te.

Dr Wolf­gang Wal­ter, Exe­cu­ti­ve Coach

Roman Rüdi­ger, geschäfts­füh­ren­der Vor­stand, Edu­ca­ti­on Y

 

Workshop: Reinventing Organizations — das Kultur Update für die digitale Welt

Dr. Stef­fen Fri­schat, Evo­lu­tio­na­ry Cata­lyst dwarfs&Giants sprach in sei­nem Work­shop dar­über, dass wer in  der digi­ta­len Welt erfolg­reich sein möch­te, sich eine kon­kre­te Fra­ge stel­len soll­te: Wie gestal­te ich mei­ne Orga­ni­sa­ti­on, dass sie im Umgang mit Unbe­stän­dig­keit, Kom­ple­xi­tät und Mehr­deu­tig­keit erfolg­reich agiert? Hier­zu bezieht sich Dr. Fri­schat auf das Buch “Reinven­ting Orga­ni­sa­ti­ons” von Fre­de­ric Laloux. Laloux stellt in die­sem Buch 4 Stu­fen vor auf denen sich ein Unter­neh­men bezüg­lich der Orga­ni­sa­ti­ons­ent­wick­lung ein­stu­fen kann: Die ers­te Stu­fe ist die “rote Orga­ni­sa­ti­on”. Hier herrscht ein archai­sches Prin­zip mit einem star­ken Mann an der Spit­ze. Die zwei­te Stu­fe ist die “bern­stein­far­be­ne Orga­ni­sa­ti­on”. Die Orga­ni­sa­ti­on ist regel­ba­siert. Die drit­te Stu­fe ist die “oran­ge­ne Orga­ni­sa­ti­on”. Hier steht die Leis­tung im Vor­der­grund. In der vier­ten Stu­fe, der “grü­nen Orga­ni­sa­ti­on”, rückt der Mensch mehr in den Mit­tel­punkt. Wer­te wie Moti­va­ti­on, Ent­wick­lung und Selbst­be­stim­mung gewin­nen an Bedeu­tung. Die meis­ten Work­shop Teil­neh­mer gaben an, dass sich ihre Unter­neh­men zwi­schen der oran­ge­nen und grü­nen Stu­fe befin­den. Aber häu­fig ist es anschei­nend auch der Fall, dass sich die Stu­fen ver­mi­schen. Eine span­nen­de, abso­lut nicht außer acht zu las­sen­de Stu­fe kommt nach Laloux nach der “grü­nen Orga­ni­sa­ti­on”. Sie nennt sich “Teal”. Das wäre ein Unter­neh­men, dass sich auf den “Pur­po­se” aus­rich­tet. Auf einen gemein­sa­men Seins­zweck.

Dr. Stef­fen Fri­schat, Evo­lu­tio­na­ry Cata­lyst dwarfs&Giants

 

Fazit: Für uns per­sön­lich spie­geln Ver­an­stal­tun­gen wie die­se, den Beginn einer neu­en Welt/Geschäftswelt wie­der. Einer Welt in der der Mensch als Mensch gese­hen und respek­tiert wird. Eine Geschäfts­welt in der ein “Pur­po­se” ent­steht, wie Dr. Fri­schat es so schön in sei­nem Work­shop vor­ge­stellt hat. Das Ziel soll­te auch unse­rer Mei­nung nach “teal” sein (sie­he oben). Dan­ke für die­se Inspi­ra­ti­on, lie­bes ICG Insti­tut. 

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